Ich möchte Sie ermutigen:  “Nutzen Sie die Macht der Führung richtig!”

Ich möchte Sie ermutigen: “Nutzen Sie die Macht der Führung richtig!”

Führung
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Ich möchte Sie ermutigen: “Nutzen Sie die Macht der Führung richtig!”

Zeigen Sie sich Selbst-bewusster!

Führungskräfte führen, oder? Falls die Unternehmenskultur mitspielt. Sie wissen schon. Die Kommunikation. Falls man einander versteht. Das wäre eindeutig machbar.

Warum nehmen Führungskräfte nicht einfach ihre Power und tun das? Ich finde, sie haben nichts zu verlieren. Ihr Ruf könnte sogar bedeutend gewinnen.

Führungskräfte in Deutschland. Resigniert. Genervt. Verärgert. Zweifelnd. Sie sollen führen. In unklaren Unternehmensstrukturen, bei schlechter Atmosphäre. Sie werden missinterpretiert und bekommen selten grünes Licht, ihre eigenen Vorstellungen umzusetzen. Bürokratische Anforderungen fressen Ihre Zeit, die sie eigentlich bräuchten, um sinnvoll mit den Teams auf einen grünen Zweig zu kommen.

 

Von Führungskräften gehört

“Der ist doch nicht ehrlich!” “Niemand sagt einem was!” „Meeting – in der Zeit könnte ich mal was schaffen.” “Ich sag’ nichts mehr.” “Ich würde mir wünschen, dass mal einer ein offenes Wort sagt und auf den Tisch haut.” “Warte erstmal ab, nachher kommt es doch wieder anders.” “Ich krieg’s einfach nicht hin mit dem Team, da mache ich es lieber gleich selbst.”

Übertrieben? Nein.

Resigniert? Ja.

Führend? Nein.

 

Doch manchmal muss das einfach raus, um die Misere in sage und schreibe 35 bis 45 Prozent der Betriebe auszuhalten. Diese Zahlen haben zwei Studien erbracht.

Traurige Ergebnisse zur Selbsteinschätzung in der Führung

Das Handelsblatt berichtete am 27. Februar 2020 über die Studie Führungskräfte-Radar, die von der Denkfabrik, dem Reinhard-Mohn-Institut für Unternehmensführung (RMI) an der Universität Witten/Herdecke erstellt wurde. Die Ergebnisse der Studie Manager Barometer berichtete das Blatt auch. Von der Personalberatung Odger Berndtson in Kooperation mit dem Handelsblatt.

Zweifel, unsicher

Sind diese Einschätzungen der Führungskompetenzen realistisch?

Der Führungskräfte-Radar ergab, dass

 

  • 35 Prozent aller Führungskräfte mit der Führungsrolle hadern,
  • sie Unsicherheit und Zweifel an ihrer Eignung zur Führung hegen,
  • dies vor allem junge Führungskräfte betrifft,
  • die Unsicherheit der Vorgesetzten auf Mitarbeiter-Zufriedenheit und -Motivation abfärbt,
  • 45 Prozent der MA eine skeptische Grundhaltung besitzen.

Als Grund nannten die befragten Führungskräfte mangelnde Klarheit, bürokratische und formale Hürden. Das Fazit des Berichts: Sinngemäß bräuchten Führungskräfte unterstützende Bedingungen, um wirksam zu führen. Das ist banal. Denn jeder braucht unterstützende Bedingungen, um wirksam zu arbeiten. Dafür werden Strukturen schließlich gemacht.

Wer E-Mails schreibt, braucht einen PC oder ein Laptop. Wer präsentiert, braucht PowerPoint, Beamer und ein Publikum. Wer Flugzeuge baut, braucht Zulieferer, Ingenieure, Qualitätsmanager usw. Und wer wirkungsvoll führen will, braucht ein kommunikationsfreundliches Umfeld, eine am Dialog orientierte Unternehmenskultur. Denn Führung ist Kommunikation. Kein Wunder, dass gerade junge Manager zweifeln. Das sollten sie allerdings nicht sich selbst antun. Denn was man vermuten kann, ist, dass diese Generation entweder nicht oder nur unzureichend in ihren Job eingeführt wird.

Das Manager-Barometer kam zu ähnlichen Ergebnissen

 

Allerdings stand hier ein Motor für gute Arbeit – Freude und Sinn – im Zentrum. Das Resultat wirkt zunächst einigermaßen positiv. Denn

 

  • 55% der Führungskräfte haben Freude an ihren Aufgaben.
  • 52% der Führungskräfte finden Sinn in ihrer Arbeit.

 

Im Umkehrschluss allerdings mangelt es fast der Hälfte der Befragten an Freude und Sinn in ihrer täglichen Führungsarbeit.

Dies sei der Grund laut Handelsblatt: Das Problem liege vor allem an der ungenügenden Grundmotivation im Unternehmen.

Das muss man in Richtung Unternehmenskultur interpretieren. Sie behindert engagiertes Arbeiten und sorgt offenbar für schlechte Stimmung. Das ist gefährlich. Denn die Manager macht es auf Dauer krank und die Unternehmen unflexibel. Sie verlieren ihre besten Leute und reagieren meist zu langsam oder gar nicht auf Veränderungen.

Unternehmenskultur

Warum die Macht der Unternehmenskultur Führung erwiesenermaßen oft schwächt

Aufgrund valider Erkenntnisse – sagen wir aufgrund einer Untersuchung zur Leistungssteigerung und Tierquälerei in der Landwirtschaft – würde Frankreich eine neue Kultur verordnet: statt Gänseleber Chicken Nuggets aus dem 3-D-Drucker. Statt der Traditionsweine Massenweine, die mithilfe von Holzspänen statt Fasslagerung ihre Reifungszeit halbieren.

Das wäre bestimmt nicht durchführbar, man sieht den Aufstand förmlich vor sich. Denn mit der Gänseleber- und Weintradition ist die französische Identität verwoben. Daran erkennt man die Franzosen, auch wenn sie inzwischen Big Mac essen und ein Smoothie dazu trinken.

Ganz ähnlich verhält es sich mit der Unternehmenskultur. Verordnen lässt sich keine neue. Denn sie ist mächtig; sie bestimmt über Kooperation, Denken und Verhalten der Betriebsangehörigen sowie über die (Un-)Möglichkeiten, sich zu wandeln. Diese Macht erhält die Unternehmenskultur von ihren stärksten Argumenten.

Das sind wir, daran erkennt man uns, das hat sich bewährt; das machen wir seit eh und je so. Gewohnheiten sind so ausdauernd, weil sie sicher sind, zigtausend Mal eingeübt. Um sie ranken sich Gründungsmythen und Erfolgsgeschichten, selbst dann noch, wenn das Unternehmen schon am Abgrund steht.

Betriebe, in denen das offene Gespräch unerwünscht ist oder gar Sanktionen unterliegt, bringen die Beschäftigten dazu, sich selbst infrage zu stellen. Nicht nur, weil Mut dazu gehört, sondern auch zum Schutz der eigenen Identität. Selbst solch vergiftetes Angebot – das ihre Ausgrenzung mehr oder weniger deutlich beinhaltet – mögen sie nicht angreifen. Denn wer ausgegrenzt und entlassen wird, verliert mehr als sein Gehalt. Der falsche Vorwurf, gescheitert zu sein, stellt sich unweigerlich ein. Die Scham darüber zernagt das Selbstwertgefühl. Man muss schon sehr stark sein, um – so isoliert – zu sich selbst zu stehen.

Beharren

Wege des Status Quo

 

Dafür, dass Führungskräfte resignieren und aufgeben, sorgen weitere Faktoren. Da ist Ebene der Goodies, die auf das Halbbewusste und auf uneingestandene Wünsche treffen. Hero-Mythen und glanzvolle Geschichten, die im Unternehmen weitergegeben werden, gehören dazu. Sie wecken Emotionen. Man möchte dazugehören. Man teilt die in den Geschichten lockend verpackten, längst verblassten Werte des Unternehmens. Die Sehnsucht, teilhaben zu wollen, verdrängt das Freudlose und Hohle der Gegenwart in den Hintergrund. Man kann sich gewöhnen. Diejenigen, die das nicht können oder wollen, gehen und suchen in anderen Unternehmen nach echtem Miteinander.

DIALOG – Weg zur Entfaltung wirklicher Macht in der Führung

Ein dritter Weg ist möglich. Es ist der Weg des Dialogs, der Veränderungen ermöglicht. Meist sind es starke Persönlichkeiten, die es schaffen, sich mit anderen zu verbinden. Die Geduld und Ausdauer beweisen. Die andere überzeugen. Und die sich selbst von anderen überzeugen lassen können. Bis gemeinsame Ziele und Wege gefunden sind. Stark ist, wer sich selbst kennt und an sich glaubt.

 

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Der riskante Grund für Schweigen und fehlende Offenheit in Unternehmen …

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Angst und Schweigen
Angst und Schweigen

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… ist Angst. Angst davor aufzufallen. Angst vor negativer Bewertung. Angst davor, Konkurrenz nicht zu bestehen. Angst vor dem Verlust des Jobs. Angst, nicht befördert zu werden.

Sind denn wirklich so viele Menschen derart ängstlich, dass sie ihre Meinung in Meetings, zu Veränderungen u. a. nicht sagen mögen? Im Prinzip ja. Doch wenn das so ist, dann liegt die Hauptverantwortung dafür in einer Kultur des Misstrauens. Eine Unternehmenskultur, die Misstrauen bewirkt, bedroht die Beschäftigten, ob Manager oder Fachangestellte meist real. Das bedeutet, dass es sich um realistische Ängste handelt, meistens. Darin lernt man zu täuschen, sich selbst wie die anderen halbbewusst. Meist denkt man nicht weiter darüber nach. Aber man fühlt sich unwohl und äußert das “draußen”, am Biertisch, beim Kaffee mit der Freundin oder in den Social Networks.

2018 besuchte ich im Rahmen eines Projekts verschiedene Pflegeunternehmen. In einem fand ich Mobbing und Bossing vor. Sowie eine Mauer des Schweigens. Wenige Wochen später traf ich zwei der Mitarbeiterinnen dieses Unternehmens in einer anderen Einrichtung wieder. Sie wirkten vollkommen verändert: lebhaft, aufgeschlossen, zufrieden. Sie erzählten mir jetzt, was sie in der anderen Einrichtung erlebt hatten. warum sie kündigten und einen neuen Arbeitsplatz fanden. Und wie gut sie es getroffen hätten. Vor allem offen reden zu können, war für sie entscheidend. Sie waren sichtbar frei von Angst. Sie konnten wieder vertrauen.

Echte Kommunikation, solche, die unterschiedliche Sichtweisen im Sinne von Problemlösungen einbezieht, ist offenbar ein seltenes Gut. Die Freiheit, seine Meinung zu sagen, ist in vielen Unternehmen leider gefährlich. Sowohl Führungskräfte als auch die Teammitglieder müssen tatsächlich Sanktionen befürchten, wenn sie Anordnungen „von oben“ widersprechen.

Demgegenüber ist der Bedarf an guter Arbeit und aktivem Mitmachen bei Veränderungen jedoch ziemlich hoch, insbesondere durch diese gegenwärtige Krise. Eigentlich sollte jede Führung also an der Unterstützung durch das Personal interessiert sein. Und wenn man fragt, stimmen alle dem zu. Allerdings oft auch so:

Auf einer Veranstaltung vor Jahren unterhielt ich mich mit einem Unternehmer aus der Transportbranche. Er erklärte mir, dass er schlicht erwarte, dass seine Mitarbeiter ohne jedes weitere Wort täten, was er anordne. Er würde alles nur einmal sagen. Wer nicht “spure”, der würde umstandslos fliegen. Allerdings wäre das noch nie passiert, weil sie (die Mitarbeiter) genau wüssten, was ihnen blühte.

Dieser Unternehmer war also überzeugt, dass Drohungen die Qualität und Effektivität der Arbeit verbessern. Tatsächlich ist dieser Glaube durch viele Untersuchungen widerlegt. Die Beschäftigten wehren sich – passiv.

Die Gallup-Studie 2019 sieht im Ergebnis 122 Millionen Euro Folgeschäden durch Dienst nach Vorschrift und Versäumnisse der Führung. Nur 15 Prozent der Mitarbeiter haben eine emotionale Bindung an ihr Unternehmen und arbeiten engagiert mit.

 

Woher kommt also ein solch ungünstiger Zustand mit derartigen Verlusten? Es liegt doch auf der Hand, dass das nicht im Interesse der Unternehmen sein kann.

  • Zunächst einmal ist das gemeinsame Schweigen und Täuschen, teils auch Lügen in der Unternehmenskultur ziemlich stabil verankert. Beharrungsvermögen.
  • Es scheint eindeutig klar zu sein, dass Unternehmensführungen diese Angstkultur bewusst oder unbewusst fördern. Denn auch sie sind von ihrer selbst etablierten Unternehmenskultur mitgeprägt.
  • Das bedeutet, dass diese schädliche Problematik in einem langen Prozess gewachsen ist. Und zwar in sämtlichen Ebenen: von den Inhabern, Geschäftsführern bis in die Teams hinein.

 

Wie lässt sich das ändern? Was ist      SINN-voll?

Nun könnte man untersuchen, was diesen Boden der Angst genau bewirkt und am Leben hält. Sinnvoller ist es allerdings, den Kulturcontainer aufzubrechen und anstelle der Misstrauens- eine Vertrauenskultur zu etablieren.

Das ist alles andere als leicht. Denn ein solches Projekt stellt die Identität der Menschen im Betrieb infrage. Die war bisher auf Vorsicht fokussiert. Jetzt müssten sich alle öffnen und das Risiko eines ehrlichen Gesprächs eingehen, mit den eingangs genannten Gefahren. Und nicht nur das: Sie müssten ihre Meinung über bisher fest Geglaubtes über das Unternehmen aufgeben. Vom Misstrauen, das Sicherheit versprach, ins Vertrauen zu kommen – das bedeutet nicht bloß den Zusammenbruch eines Systems, sondern auch Beteiligte werden zusammenbrechen und das zeigen, was bisher als “Schwäche” diffamiert wurde: Trauer, Wut, Tränen …

Kommunikation
Kommunikation

Die Verharrungskultur zu brechen, ist notwendig. Reden wir also miteinander. So kontrovers wie nötig. So kontrovers, wie wir sind, denken und fühlen.

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Das ist die wichtigste Grundlage für Neues: Überzeugungskraft

Das ist die wichtigste Grundlage für Neues: Überzeugungskraft

Grundlage der Überzeugungskraft: Einfach sein, wonach einem ist. Einfach? Das wünscht sich so mancher. Sagen, was du wirklich denkst. Nicht einfach? Tun, was du wirklich, wirklich willst. Das geht tatsächlich, nicht nur in meiner Geschichte über Jörg. Auch wenn das nicht allgemein üblich ist. Und auch, wenn sich Einige und Einiges in den Weg stellen. Überzeugen und überwinden – Mit Kraft und Ausdauer.

Karottenblüte
Karottenblüte
Überzeugungskraft

Wie stark ist Ihre Überzeugungskraft?

Jörg hat einen Spleen, aber auch Überzeugungskraft!

„Karotten als Ziergartenpflanzen, haha! Das soll schön aussehen? Wer hat jemals was von Karottenblüten gehört? Na bitte, das ist Gemüse, wie jeder weiß!“ Die einhellige Meinung von Jörgs Frau Brigitte, den Nachbarn, seinen Freunden und Kollegen – und leider auch des Bankberaters, der von solch verrückter Geschäftsidee dringend abrät.

Was nun? Soll Jörg sein Leben als Buchhalter verbringen, wie seine Eltern wünschen? Oder setzt er aufs Risiko?

Weder noch. Einerseits bleibt er stur und entscheidet, ein Karottenblütengeschäft zu eröffnen. Andererseits weiß er, dass er Unterstützer und ein Mindestmaß an Sicherheit braucht. Dafür macht er zuerst einen Schritt-für-Schritt-Plan.

Karottenblüte

Wie Jörg’s Plan seine Überzeugungskraft unterfüttert

  • Fotos von Karottenblüten zeigen: seiner Frau, dem Freund, den Nachbarn und Eltern, damit sie sehen, wie schön sie sind.
  • Wissenslücken schließen: Seminar und Vorlesung über den Anbau von Wurzelgemüse und die Anlage von Blütengärten besuchen.
  • Biodynamische Saatgutzucht lernen: Praktikum beim Demeter-Verband, damit Jörg neue Farben und Blütenstände züchten kann.
  • Farben der Blüten: Rosa- und cremefarbige Karottenblüten gibt es. Herausfinden, welche Wurzelgemüse andere Farben liefern.
  • Konzept erstellen: Gebäude mit drei Hektar Land. Anbau, auch zur Besichtigung. Lagerraum. Küche für die Bewirtung im Gartenlokal. Speisekarte erstellen (Brigitte). Marketingplan (Marvig fragen). Kapitalbedarf?
  • Kredit: Zur Bank gehen,
  • Anwesen suchen und kaufen. Anfangen!

 

Die Reaktionen

Auf die Fotos mit den schönen Karottenblüten reagieren alle ohne Ausnahme positiv. Aus anfänglichem Staunen wird Neugier und schließlich ein gemeinsames Brainstorming, wie solche Karottenblütengärten zu gestalten sind. Welche Pflanzen passen dazu? Welche Sorten garantieren dauerhafte Blütenpracht? Auch erste Namen für das Geschäft findet die Gruppe: Wurzelblüte und Wurzelcafé.

Jetzt wollen sie sich beteiligen. Jörg ist sehr froh, Punkt eins ist nicht nur geschafft, er hat sogar Unterstützer gewonnen. Doch das ist nicht alles. Erste Bedenken tauchen auf. „Wie willst du denn mit  ausschließlich Karottenblüten und dem Café Gewinn machen?“ „Wie viele Pflanzen musst du ziehen, für wie viele Kunden?“ „Ich glaube, du musst noch weitere Geschäftsbereiche entwickeln, Karotten für die Küche …“.

So hatte Jörg sich das nicht vorgestellt, so trocken und kalkulierend

Doch er lässt sich überzeugen. „In Ordnung, muss wohl sein. Aber ich tauge für solche Konzepteknobelei nicht.“ Nach drei Abenden Palaver stand fest: Brigitte macht das Café, Ausstattung, Speisen und Getränke, Personal und Preise. Marvig erklärt sich bereit, das Marketing auszuarbeiten. Frau Stälzbert wird Nachbarin Meiserling für die Kalkulation anfragen. Jörg’s Eltern sind nicht überzeugt: „Buchhalter ist reeller!“

Zusammenarbeit

Zuerst heißt es für Jörg aber: Dazulernen

Denn wer ein Geschäft eröffnen will, muss über aktuelle Entwicklungen in der Sache und im Marktsegment kundig sein. Weil jeder Neubeginn Recherche und Dazulernen bedeutet.

 

Jörg interessiert alles, was Anbau und Zucht der Karotte angeht. Für Fragen nach dem Markt dagegen, wie er an Kunden kommt, für Marketing hat er nichts übrig. „Das ergibt sich“, meint er leichtfertig.

Ein Seminar über den Anbau von Wurzelgemüse findet er im Fachbereich Gartenbau an der Universität. Jörg kann daran teilnehmen und ist begeistert über den Versuchsgarten, in dem er und die Studenten alle Theorie praktisch umsetzen. Sämtliche Karottensorten lernt er kennen und staunt, wie praktisch sie in sein Vorhaben passen: „Klasse! Frühkarotten, Sommerkarotten, Spätkarotten, samenfeste … . Damit blüht es in der ganzen Wachstumsperiode. Am schönsten ist die wilde Karotte aus Sardinien, die will ich unbedingt in meine Zucht bringen.“

Das Praktikum bei Demeter klappt nicht gleich im Anschluss an das Uni-Seminar. „Mach nichts; das Saatgut für die ersten Blüten kaufe ich einfach. Gut Ding will Weile haben.“ Je realistischer Jörgs Schritt-für-Schritt-Plan erscheint, umso gelassener wird er. Punkt 3 (Praktikum) und 4 (eigene Zucht) stellt er vorerst zurück.

Wer arbeitet das Konzept aus?

Ideen zu kreieren fällt Jörg leicht. Wenn Probleme zu lösen sind, hilft ihm seine Kreativität und seine unorthodoxe Denkweise. Und für konkret machbare Pläne hat er die Gruppe, die ihm hilft. Brigitte, sein Freund Marvig und die Nachbarn Regine Meiserling sowie Ehepaar Stälzbert sind beeindruckt, wie Jörg dranbleibt, welche Mühe beim Lernen er auf sich nimmt. „Hätte ich nicht gedacht, dass der Jörg so energisch sein kann“, O-Ton von Frau Stälzbert. Sie glauben jetzt wirklich an ihn und seine Idee und wollen unbedingt dabei sein, wenn sie Wirklichkeit wird. Doch ist es bis dahin noch ein weiter Weg.

Geteilte Aufgaben

  • Regine Meiserling, tätig im Finanzwesen, errechnet den Kapitalbedarf. „Ganz schön hoch.“ Daher rät sie Jörg, Zuschüsse zu beantragen. Dafür sollte er ein Anwesen finden, das unter Denkmalschutz steht. Das ließe sich meist kostengünstig erwerben, und die Instandsetzung könnte bezuschusst werden.
  • Marvig arbeitet auf Basis der bisher beschlossenen Geschäftsidee (Vertrieb blühender Karotten für den Blütengarten, Wurzelcafé und Führungen im Zuchtbetrieb) das Marketingkonzept aus. Als Anhänger von Webshops sucht er Jörg zu überreden, den Vertrieb über eine Verkaufsseite im Internet einzurichten. Doch Jörg bleibt stur. Die Kunden sollen zu ihm kommen; er will den direkten Kontakt: „Auf die Weise können sie mir gleich sagen, was sie gut finden und was nicht.“

 

  • Ehepaar Stälzbert plant Ausflüge, um geeignete denkmalgeschützte Anwesen zu besichtigen. Doch bevor sie gemeinsam losfahren mischt sich Helena, Nachbarin und Innenarchitektin für Geschäftsräume, ein: „Zuerst musst du wissen, wer deine Kunden sind.“ Also Brainstorming, Ergebnis: Die Kunden lieben das Besondere, Ausgefallene; sie sind gut situiert mit Touch ins Ökologische und lieben die Natur und alles Natürliche. Infrage kommen also Gutshöfe, die ein gehobenes Ambiente für Café und Verkaufsräume in der Substanz mitbringen. Gleich drei geeignete finden die Stälzberts in akzeptabler Entfernung zur Stadt.

  • Besichtigung. Alle fahren mit und beraten am Abend, welches Anwesen am besten geeignet wäre. Schließlich ist Jörg überzeugt, dass es der Jöthehof werden soll: nah an der Stadt, ziemlich preiswert, 4 ha Land, Einigermaßen erhaltenes Hauptgebäude mit ehemaligem Empfangssaal (wird Café) und angrenzenden Wirtschaftsräumen für die Küche. In der Scheune soll ein ansprechender Verkaufsraum gestaltet werden. Ein Gewächshaus ist schon vorhanden.
Karotten

Sogar die Hausbank gibt jetzt grünes Licht für das Projekt

‘Bewaffnet’ mit dem Geschäftskonzept und vielen Fotos von Karottenblüten geht Jörg, begleitet von Regine Meiserling, zur Bank. Mit ihrer Hilfe überzeugt er seinen Bankberater, ihm den Kredit zu annehmbaren Konditionen zu gewähren.

Ein Jahr später, am 29. Juni eröffnet die Wurzelblüte im Jöthehof mit einer Einladung ins Wurzelcafé. Die Sonne beteiligt sich, sodass die Gäste auf der Terrasse den Karottenkuchen mit Karottenblütensahne genießen können. Vor dem Café hat Jörg einen farbenprächtigen Blütengarten angelegt, in dem die Bienen summen. Zartrosa schimmernde Blüten der wilden Karotte aus Sardinien, gelbe Pastinakenblüten und reinweiße Sellerieblüten wechseln sich mit den gelben, an Margeriten erinnernde Blüten der Schwarzwurzel, den rosa-pink-farbigen Blüten der roten Schwarzwurzel und den rosa Blüten mit gelben Staubblättern der Haferwurzel. Dazwischen blühen die blaue Wegwarte, rosa Oregano, für den Duft niedrige Wildrosen und am Rand Stockrosen in allen Farben.

GEschäftsplan

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