Mein Corona Tagebuch 1

Mein Corona-Tagebuch

Die ersten 2 Wochen der Krisenbewältigung

Bildnachweis: CANVA





So wie die Regierungen sich auf Altbewährtes besinnen – nationale Grenzen – so besinne ich mich gerade auf meine etwas vernachlässigte Kernkompetenz: dem Umgang mit extremer Belastung. Wie bringe ich das nun mit dem seither Entwickelten auf den gemeinsamen Nenner? Nachdenken, davon morgen mehr.



Gestern schrieb ich: Sich auf Altbewährtes besinnen. Es geht jedoch auch um Krisenbewältigung mit Blick auf die Zukunft danach. Also Weichen stellen, Konzepte entwickeln, wie ich jetzt in die Zukunft komme, die ich mir wünsche. Wie das geht, dafür habe ich meine Forschungsergebnisse (Stabilitätsanker in extremer Belastung) praxistauglich gemacht.



Bevor ich über Sicherheit und Stabilität in der Krise/Transformation rede, erstmal etwas zur Zukunftsvision. Denn wenn ich Bilder von dem entwickle, wohin ich wirklich will, kann ich mich dafür einsetzen. Wenn es verlockende Bilder sind, kommen erleichternde Kompetenzen dazu: dranbleiben-können und durchhalten. Das können Sie mit der altbewährten Methode des Blicks aus der Zukunft machen. Ich mache das öfter, es entlastet und macht gute Laune. Stellen Sie sich vor, es ist Frühjahr 2021, #Corona ist überstanden, was ist jetzt anders? In Ihrem Sinn?



Weil im Schock und in der Krise plötzlich alles unsicher, ja unwirklich scheint, wächst die Suche nach Sicherheit. Denn irgendwas zu tun, nur um sich als handlungsfähig zu beweisen, ist falsch. Deshalb steigt das Ansehen der Politiker, die beherzt einen sicheren Rahmen bauen, um die Gefahr einzudämmen. Das macht es möglich, dass wir uns um die sichere Zukunft unserer Geschäfte kümmern können. Dafür gibt es nun mein evidenzbasiertes Konzept mit dem Stabilitätsanker GRENZJONGLAGE.



Olaf Scholz meint, dass jetzt vielleicht „ein Zeitalter der Solidarität beginnt“. Zweifellos steigt das Bedürfnis nach Zusammenhalt und Gemeinschaft. Klatschen oder singen, musizieren aus den Fenstern ganzer Straßen demonstrieren das dieser Tage. Viele Ideen verwirklichen gerade den Traum vom Zusammenstehen, #füreinanderdasein. Konzerte im Internet, kostenfreie Angebote, der Hackathon, Schutzschirme, der persönliche Einsatz der Ärzte und Pfleger und … Wie entlastend, wie schön!



Durch die Kontaktsperre sind wir vor allem mit uns selbst zusammen, auch mit der Familie. Viel Zeit, zu sich selbst zu kommen. Die meisten realisieren jetzt, was tatsächlich ist. Illusionen (dauert nicht lange, mich trifft es nicht …) schwinden, der Schock lässt nach. Zeit zum Nachdenken. Zeit zu überlegen, was ich wirklich will. Was stellen Sie sich fürs „Danach“ vor? Ich hätte dies jetzt schon gerne: dass wünschenswerte Unternehmen, Startups, Freiberufler gefördert würden, nicht nur ökonomisch „gesunde“. Darüber müssen wir reden.



Der Streit, was Vorrang habe, Gesundheit oder Wirtschaft, hat zwischen Experten und Politikern begonnen. Und er ist falsch. Weil beides wichtig ist, in unterschiedlicher Weise: Gesundheit, soweit man sie beeinflussen kann und Wirtschaft, soweit man sie beeinflussen kann. Beides gegeneinander auszuspielen zerrüttet Vertrauen in der Bevölkerung – und in sich selbst. Es geht um die Balance zwischen der extremen Belastungskrise und der Zukunft. Was können wir selbst tun? Holen Sie sich die Einführung in mein evidenzbasiertes Konzept Grenzjonglage.


Corona-Grenzjonglage


Derzeit läuft vieles durcheinander: Kontaktsperren, die schon am nächsten Tag infrage gestellt werden. Hektik versus Evaluation und Geduld. Chancen ergreifen versus Hoffnungslosigkeit. Zeit, einmal zu schauen, wo wir stehen.

Wir erleben ein Trauma, das alle und alles erfasst.

Die typischen Reaktionen darauf: Hektik (Flucht), Passivität (Totstellreflex), Chancen ergreifen (Kampf) werden deutlich. Einmal mehr Zeit, sich zu orientieren. Das geht mit der Strategie Grenzjonglage.



Ein Thema, das mich als Ältere gerade umtreibt, ist die Diskussion: Wen lassen wir bei Überlastung sterben? Die „Triage“ wurde in mehreren Staaten diskutiert. Berüchtigt wurde die Italienische Gesellschaft für Anästhesie Reanimation und Intensivmedizin. Sie regte nach dem Prinzip der Nutzenmaximierung der größten Zahl von Menschen (Kriterium: größte Anzahl geretteter Lebensjahre) an, eine Altersgrenze für den Zugang zur Intensivpflege festzulegen. Auch bei uns wird das diskutiert. Krass. Link zum Diskussionsbeitrag der Addendum-Zeitung.



Inzwischen ist klargeworden, dass wir nicht wissen. Wir wissen nicht, wie sich das Virus verhalten wird, wie lange es bis „danach“ dauert, wie die Wirtschaft durchhält. Es fällt schwer, das auszuhalten. Doch es bringt nichts, gleich wieder die Zukunft neu strukturieren zu wollen. Denn die hängt davon ab, wo wir miteinander stehen, wenn sie da ist. Alles, was wir „wissen“ können, ist das, was wir jetzt wahrnehmen und beobachten. Statt „zurück“ oder in die Zukunft zu planen (was nicht funktioniert), macht es Sinn, täglich zu schauen: Was ändert sich gerade, was hat sich verändert, wie verändere ich mich, wie verschieben sich Werte, was wird wichtig und was unwichtig? Und es einfach mal beim Staunen und Zugucken zu belassen – zumindest vorerst.



Der Rückzug wirkt. Immer mehr Menschen hinterfragen nun vieles, was hinter der Alltagshektik bislang unterblieb. Zur Orientierung, wie #Corona Einfluss auf unser Leben nimmt, hatte ich die Lebenszusammenhänge eines fiktiven Managers konstruiert (siehe Tag 7) und stelle die Frage: Was geschieht mit diesen Strukturen, Gewohnheiten und Abhängigkeiten durch die Krise? Welche Möglichkeiten hat er? Was meinen Sie?



Es ist still geworden. Vielleicht, weil diese Krise sich in zwei existenziellen, scheinbar unvereinbaren Polen abspielt: 1. in der Chance, sich zu besinnen, was man will, was möglich erscheint und zu tun ist, 2. dem entsetzlichen Leiden der vielen, die um ihre Gesundheit kämpfen, derer, die am Virus sterben und der Angehörigen sowie all derjenigen, die gerade ihre Existenz verlieren. Ein Spagat, dem wir mit Mut, Trauer und Mitgefühl beikommen können. Diese Kluft zwischen Leid und Chance zu überwinden, steht auch für Unternehmen an.



Den meisten ist inzwischen klar, dass es nicht zurück in die Zukunft geht. Wir müssen die Krise bewältigen. Hier und jetzt. Am Ort, wo wir sind, in der Gegenwart. Die Zukunft, jedenfalls die „danach“, muss warten. Warum? Weil niemand sie allein gestaltet. Weil wir ein Umfeld haben, das mitredet. Weil sich Konsens durchsetzen wird. Deshalb denken Sie hier und jetzt darüber nach, welchen Konsens Sie wollen. Verbinden Sie sich mit anderen hier und jetzt. Halten Sie Dissens aus und lassen Sie sich auf Widersprüche ein. Denn die gibt es, bis Sie heute wissen, was Sie wollen – und es morgen vielleicht ändern. Weil Sie die morgige Veränderung im Umfeld heute noch nicht einbeziehen können. Bleiben Sie mutig!