Mein Corona Tagebuch

Mein Corona Tagebuch

Die ersten zwei Wochen der Krisenbe-wältigung

In den zwei Wochen vom 18. März bis 02. April 2020 habe ich jeden Tag einen neuen Fokus, der sich mir durch die krassen Veränderungen ergab, aufgeschrieben. Eine Suche nach Orientierung zwischen Altbewährtem und dem Hier und Jetzt.

Tag 1: Wie umgehen mit der #Coronakrise?

So wie die Regierungen sich auf Altbewährtes besinnen – nationale Grenzen – so besinne ich mich gerade auf meine etwas vernachlässigte Kernkompetenz: dem Umgang mit extremer Belastung. Wie bringe ich das nun mit dem seither Entwickelten auf den gemeinsamen Nenner? Nachdenken, davon morgen mehr.

#Coronakrise
#Coronakrise

Tag 2: Wie umgehen mit der #Coronakrise?

Gestern schrieb ich: Sich auf Altbewährtes besinnen. Es geht jedoch auch um Krisenbewältigung mit Blick auf die Zukunft danach. Also Weichen stellen, Konzepte entwickeln, wie ich jetzt in die Zukunft komme, die ich mir wünsche. Wie das geht, dafür habe ich meine Forschungsergebnisse (Stabilitätsanker in extremer Belastung) praxistauglich gemacht.

Tag 3: Wie umgehen mit der #Coronakrise?

Bevor ich über Sicherheit und Stabilität in der Krise/Transformation rede, erstmal etwas zur Zukunftsvision. Denn wenn ich Bilder von dem entwickle, wohin ich wirklich will, kann ich mich dafür einsetzen. Wenn es verlockende Bilder sind, kommen erleichternde Kompetenzen dazu: dranbleiben-können und Durchhalten. Das kannst du mit der altbewährten Methode des Blicks aus der Zukunft machen. Ich mache das öfter, es entlastet und macht gute Laune. Stell dir vor, du bist im Frühjahr 2021, #Corona ist überstanden, was ist jetzt anders? In deinem Sinn?

Tag 4: Wie umgehen mit der #Coronakrise?

Weil im Schock und in der Krise plötzlich alles unsicher, ja unwirklich scheint, wächst die Suche nach Sicherheit. Denn irgendwas zu tun, nur um sich als handlungfähig zu beweisen, ist falsch. Deshalb steigt das Ansehen der Politiker, die beherzt einen sicheren Rahmen bauen, um die Gefahr einzudämmen. Das macht es möglich, dass wir uns um die sichere Zukunft unserer Geschäfte kümmern können. Dafür gibt es nun mein evidenzbasiertes Konzept mit dem Stabilitätsanker „Grenzjonglage“.

Krisenmanagement
Krisenmanagement
Krisenmanagement
Krisenmanagement

Tag 5: Wie umgehen mit der #Coronakrise?

Olaf Scholz meint, dass jetzt vielleicht „ein Zeitalter der Solidarität beginnt“. Zweifellos steigt das Bedürfnis nach Zusammenhalt und Gemeinschaft. Klatschen oder singen, musizieren aus den Fenstern ganzer Straßen demonstrieren das dieser Tage. Viele Ideen verwirklichen gerade den Traum vom Zusammenstehen, #füreinanderdasein. Konzerte im Internet, kostenfreie Angebote, der Hackaton, Schutzschirme, der persönliche Einsatz der Ärzte und Pfleger und … Wie entlastend, wie schön!

Tag 6: Wie umgehen mit der #Coronakrise?

Durch die Kontaktsperre sind wir vor allem mit uns selbst zusammen, auch mit der Familie. Viel Zeit, zu sich selbst zu kommen. Die meisten realisieren jetzt, was tatsächlich ist. Illusionen (dauert nicht lange, mich trifft es nicht …) schwinden, der Schock lässt nach. Zeit zum Nachdenken. Zeit zu überlegen, was ich wirklich will. Was stellst du dir fürs „Danach“ vor? Ich hätte dies jetzt schon gerne: dass wünschenswerte Unternehmen, Startups, Freiberufler gefördert würden, nicht nur ökonomisch „gesunde“. Darüber müssen wir reden.

Tag 7: Wie umgehen mit der #Coronakrise?

Der Streit, was Vorrang habe, Gesundheit oder Wirtschaft, hat zwischen Experten und zwischen Politikern begonnen. Und er ist falsch. Weil beides wichtig ist, in unterschiedlicher Weise: Gesundheit, soweit man sie beeinflussen kann und Wirtschaft, soweit man sie beeinflussen kann. Beides gegeneinander auszuspielen zerrüttet Vertrauen in der Bevölkerung – und in sich selbst. Es geht um die Balance zwischen der extremen Belastungskrise und der Zukunft. Was können wir selbst tun? Hol dir die Einführung in mein evidenzbasiertes Konzept Grenzjonglage.

WIE DIE CORONA-KRISE INS LEBEN EINES MANAGERS “EINBRICHT”

Tag 8: Wie umgehen mit der #Coronakrise?

Derzeit läuft vieles durcheinander: Kontaktsperren, die schon am nächsten Tag infrage gestellt werden. Hektik versus Evaluation und Geduld. Chancen ergreifen versus Hoffnungslosigkeit. Zeit, einmal zu schauen, wo wir stehen.

  1. Wir erleben ein Trauma, das alle und alles erfasst.
  2. Die typischen Reaktionen darauf: Hektik (Flucht), Passivität (Totstellreflex), Chancen ergreifen (Kampf) werden deutlich.
  3. Zeit, sich zu orientieren. Das geht mit der Strategie Grenzjonglage.

Tag 9: Wie umgehen mit der #Coronakrise?

Ein Thema, das mich als Ältere gerade umtreibt, ist die Diskussion: Wen lassen wir bei Überlastung sterben? Die Italienische Gesellschaft für Anästhesie Reanimation und Intensivmedizin regt nach dem Prinzip der Nutzenmaximierung der größten Zahl von Menschen (Kriterium: größte Anzahl geretteter Lebensjahre) an, eine Altersgrenze für den Zugang zur Intensivpflege festzulegen. Auch bei uns wird das diskutiert. Krass.

Tag 10: Wie umgehen mit der #Coronakrise?

Inzwischen ist klargeworden, dass wir nicht wissen. Wir wissen nicht, wie sich das Virus verhalten wird, wie lange es bis „danach“ dauert, wie die Wirtschaft durchhält. Es fällt schwer, das auszuhalten. Doch es bringt nichts, gleich wieder die Zukunft neu strukturieren zu wollen. Denn die hängt davon ab, wo wir miteinander stehen, wenn sie da ist. Alles, was wir „wissen“ können, ist das, was wir jetzt wahrnehmen und beobachten. Statt „zurück“ oder in die Zukunft zu planen (was nicht funktioniert), macht es Sinn, täglich zu schauen: Was ändert sich gerade, was hat sich verändert, wie verändere ich mich, wie verschieben sich Werte, was wird wichtig und was unwichtig? Und es einfach mal beim Staunen und Zugucken zu belassen – zumindest vorerst.

Tag 11: Wie umgehen mit der #Coronakrise?

Der Rückzug wirkt. Immer mehr Menschen hinterfragen nun vieles, was hinter der Alltagshektik bislang unterblieb. Zur Orientierung, wie #Corona Einfluss auf unser Leben nimmt, habe ich die Lebenszusammenhänge eines fiktiven Managers konstruiert und stelle die Frage: Was geschieht mit diesen Strukturen, Gewohnheiten und Abhängigkeiten durch die Krise? Welche Möglichkeiten hat er? Was meinst du?

Tag 12: Wie umgehen mit der #Coronakrise?

Es ist still geworden. Vielleicht weil diese Krise sich in zwei existenziellen, scheinbar unvereinbaren Polen abspielt: 1. der Chance, sich zu besinnen, was man will, was möglich erscheint und zu tun ist, 2. dem entsetzlichen Leiden der vielen, die um ihre Gesundheit kämpfen, derer, die am Virus sterben und der Angehörigen sowie all derjenigen, die gerade ihre Existenz verlieren. Ein Spagat, dem wir mit Mut, Trauer und Mitgefühl beikommen können. Diese Kluft zwischen Leid und Chance zu überwinden, steht auch für Unternehmen an.

Tag 13: Wie umgehen mit der #Coronakrise?

Den meisten ist inzwischen klar, dass es nicht zurück in die Zukunft geht. Wir müssen die Krise bewältigen. Hier und jetzt. Am Ort, wo wir sind, in der Gegenwart. Die Zukunft, jedenfalls die „danach“, muss warten. Warum? Weil niemand sie allein gestaltet. Weil wir ein Umfeld haben, das mitredet. Weil sich Konsens durchsetzen wird. Deshalb denke hier und jetzt darüber nach, welchen Konsens du willst. Verbinde dich mit anderen hier und jetzt. Halte Dissens aus und lasse dich auf Widersprüche ein. Denn die gibt es, bis du heute weißt, was du willst – und es morgen vielleicht änderst. Weil du die morgige Veränderung im Umfeld heute noch nicht einbeziehen kannst. Bleibe mutig!

Mut werde ich brauchen – und Sie vermutlich auch. Denn die Gefahren der Gesundheit, des sozialen Miteinanders und der ökonomischen Existenz verschwinden nicht einfach. Andererseits ist ein neuer Raum für Kreativität und Gestaltung geboren. Nutzen wir ihn klug!

Dr. Annefried Hahn

Autorin: Annefried Hahn

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